Von Bücherkisten zu Bücherkirche

Geschichte - fast wie ein Märchen - 

Es wurde das Pfarrfest 2003 in Geistenbeck geplant und die Frauengruppe überlegte, was sie als Aktion anbieten konnte. Der Gedanke eines Bücherverkaufs wurde gefunden und  gern übernommen. Die ersten Kisten waren Bücher aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Gruppenmitglieder und aus der der Gemeinde.
So sah die erste Präsentation aus.

Logo Bücherkirche Mönchengladbach (c) Bücherkirche Mönchengladbach

Anfänglich wurden die Bücher nach den Gottesdiensten in der Gemeinde angeboten.

Aber schnell kamen aus Mönchengladbach viele Anfragen der Abgabe und ganze Autoladungen mit Büchern um in Geistenbeck weitere Leseinteressierte zu finden. Im Jahr 2005 wurde eine Großspende abgegeben, die uns dazu veranlasste neue Regale zu kaufen um die Schätze besser anbieten zu können.

„Bücherwurm und Leseratte“

Eindrücke von der Bücherkirche (c) I. Selker

... stand auf den Plakaten und das Team bot immer neue Ware an. Trotzdem wurden zu jedem Büchertermin Kisten geschleppt und aufgestellt, denn neben zwei Räumen wurde nun auch schon der Flur vom Pfarrheim (heute: Vorsthaus) benötigt um die Büchermengen anzubieten. Über die Grenzen der Gemeinde und der Stadt hinaus wurde bekannt, dass Bücher aller Art, Spiele, LPs und CDs angenommen werden.

Dann bot sich eine neue Konstellation an, indem man „Blut und Bücher“ kombinierte. Ab September 2006 gab es dann diesen gemeinsamen Termin mit der Blutspende des Deutschen Roten Kreuz in Geistenbeck, jeweils ein Donnerstag im Monat. Dennoch wurden mehr Bücher gespendet als verkauft.

Eindrücke von der Bücherkirche (c) I. Selker

Der Büchermarkt gestaltete sich zu einer regen Begegnung der Menschen, die gerne Bücher lesen, ihre Gedanken und Anregungen weiterzugeben. Aber auch über alle anderen Themen, (Politik, Kirche, Spritpreise, usw.) wurde, teils über die Tische hinweg diskutiert und die Meinungen ausgetauscht.  Es trafen sich auch Personen wieder, die sich Jahrelang „aus den Augen verloren hatten“. Sie verabredeten sich zum baldigen Treffen außerhalb des Büchermarktes. Die Überlegung, wenn schon die Kisten im Haus stehen, kann vielleicht der folgende Samstag (der Samstag nach dem Blut Spende Termin) geöffnet werden.

Es waren inzwischen viele fleißige Hände im Büchermarkt tätig und so war es möglich, auch diesen Termin über Jahre hinweg zu besetzen. Das Tragen der Kisten wurde weniger, als Rollregale (Raumtrenner zum Montieren, mit Unterbau und Rollen versehen) angeschafft wurden. Inzwischen stieg die Zahl auf 12.000 - 15.000 Bücher an. Auch die gespendeten CDs wurden neu sortiert und angeboten, die Bücher nach Themen und Autoren sortiert, z.B. Krimis, Romane, Historische Bücher, Garten, Kochen-Backen, Handarbeiten, Hobbys, Schule, Gesundheit und vieles mehr. Die Kinder- und Jugendbücher füllten ein sechs Meter langes Wandregal bis zu 1,80 m Höhe. Die Rubriken Reisen, Religion, Kunst, Geschichte und Politik nahmen immer mehr Raum ein.

Es gab eine neue, zusätzliche Ergänzung zum Büchermarkt, das Öffnen des Café Bergstation, ebenfalls im Pfarrheim. Die Menschen konnten zum Bücher- und CD Markt kommen, Blut spenden oder bei Heiß- und Kaltgetränken den Nachmittag verbringen. Eine Frau stellt für diesen Termin ihre Backkünste zur Verfügung und im Café gibt es frisch gebackenen Kuchen und Waffeln. Dieser Duft steigt jedem in die Nase.

Die Menschen, die im Büchermarkt  oder im Café arbeiten kommen aus allen Teilen Mönchengladbachs und darüber hinaus. Es sind Personen, die sich gern mit dieser Materie beschäftigen und auch die Käuferinnen und Käufer kommen von Aachen bis Düsseldorf und von Krefeld bis Köln. Die Einnahmen werden in jedem Monat an andere Organisationen gespendet. Diese arbeiten im Kinder- und Jugendbereich und sind vom Bücherteam vorgeschlagen und bekannt. Alle Organisationen befinden sich im näheren Umkreis von Mönchengladbach.

Immer wieder wurde gesagt, dass es doch nun Zeit sei sich räumlich zu vergrößern, aber wohin? Der Gedanke einer Bücherkirche wurde laut ausgesprochen, aber das war es dann auch schon. Nachdem sich ein Arbeitskreis in der Gemeinde gebildet hatte mit dem Thema „Kirche im Dorf lassen“ konnte auch hier der Gedanke Bücherkirche weiter entwickelt werden. Ein Konzept wurde erarbeitet und alle Gremien der Pfarre und der GdG Mönchengladbach-Süd und das Bistum Aachen mit eingebunden, ob es Einwände gegen die Umgestaltung der Kirche Heilig Geist gibt, indem man in die Kirche die Bücherregale schiebt. Der Kirchenraum ist für die heute anwesenden Gläubigen zu groß. Eine Kombination von Gottesdiensten und Bücherangebot passt zusammen. Zum Umgestaltungs-Konzept gehört auch die weitere Öffnung der Kirche. Damit die Gläubigen zu festgelegten Zeiten kommen können zum Gebet, Meditation, Gespräch oder Bücherkauf.

Das OK aller Gremien führte zum Umgestalten der Kirche Heilig Geist  im Januar 2020. Im Februar sollte diese Änderung und das dahinter stehende Konzept vielen Menschen vorgestellt werden. Leider wurde das weitere Vorgehen durch das Coronavirus gestoppt, bzw. eingeschränkt.

Aber das Märchen ist noch nicht zu Ende.

Eindrücke von der Bücherkirche (c) I. Selker

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